„Nächste Woche“ ist kein Plan
Warum ein konkreter Zeitpunkt den Unterschied machen kann

„Nächste Woche fange ich an.“
- Mit Yoga
- Mit mehr Bewegung
- Mit regelmäßigen Pausen
- Mit etwas, das meinem Rücken guttut.
Kommt dir das bekannt vor?
„Nächste Woche“ ist kein Plan
Warum ein konkreter Zeitpunkt zählt
„Nächste Woche fange ich an.“
- Mit Yoga
- Mit mehr Bewegung
- Mit regelmäßigen Pausen
- Mit etwas, das meinem Rücken guttut.
Kommt dir das bekannt vor?


- August 25, 2026
- Anna Feculak
- 10:31
„Nächste Woche“ ist kein Plan
Warum ein konkreter Zeitpunkt den Unterschied machen kann
„Nächste Woche fange ich an.“
- Mit Yoga
- Mit mehr Bewegung
- Mit regelmäßigen Pausen
- Mit etwas, das meinem Rücken guttut.
Kommt dir das bekannt vor?
Eigentlich ist die Entscheidung längst gefallen. Du möchtest etwas verändern. Du weißt vielleicht sogar ziemlich genau, warum es dir guttun würde und trotzdem passiert nichts.
Nicht heute…, vielleicht morgen oder eben nächste Woche.
Das klingt schnell nach einem Motivationsproblem, aber vielleicht ist Motivation gar nicht das Entscheidende. Vielleicht liegt zwischen „Ich möchte“ und „Ich mache“ etwas viel Konkreteres: ein klarer Zeitpunkt, eine konkrete Situation und ein realistischer Plan.
„Ich möchte mehr Yoga machen“ ist eine Absicht, aber noch kein Plan
Wir nehmen uns häufig etwas vor, ohne tatsächlich festzulegen, wann es passieren soll. Zum Beispiel: „Ich möchte mich wieder mehr bewegen.“ oder: „Ich sollte wirklich wieder Yoga machen.“ Das sind gute Absichten. Aber unser Alltag kann mit guten Absichten erstaunlich schlecht umgehen. Dann kommt der Dienstag.
- 8:30 Uhr – erster Termin
- 10:00 Uhr – Meeting
- Eine E-Mail, die dringend beantwortet werden muss
- Ein Anruf
- Noch eine Aufgabe
- Einkaufen
- Familie
… und irgendwann ist es 20:30 Uhr.
Yoga? Morgen!
Das Interessante daran ist, dass die Absicht nicht verschwunden ist Sie hatte nur nie einen festen Platz.
Die Forschung kennt genau dieses Problem
In der Verhaltenspsychologie gibt es dafür einen interessanten Ansatz: sogenannte Implementation Intentions, auf Deutsch häufig als Implementierungsintentionen oder Wenn-dann-Pläne bezeichnet.
Die Idee dahinter ist einfach! Statt nur festzulegen, was wir tun möchten, verbinden wir unser Vorhaben mit einer möglichst konkreten Situation.
Nicht „Ich möchte diese Woche Yoga machen.”, sondern zum Beispiel: „Am Mittwoch um 18:00 Uhr gehe ich zum Yoga.“ Oder noch konkreter: „Wenn ich am Mittwoch meinen Laptop zuklappe, ziehe ich mich um und fahre direkt zum Yoga.“ Damit wird aus einer allgemeinen Absicht eine Verbindung zwischen einem bestimmten Auslöser und einer Handlung.
Genau diese Konkretisierung ist wissenschaftlich interessant. Forschungsübersichten und Meta-Analysen zeigen, dass solche konkreten Handlungspläne körperliche Aktivität unterstützen können. Besonders relevant scheint zu sein, nicht nur zu überlegen, wann, wo und wie man aktiv werden möchte, sondern auch mögliche Hindernisse mitzudenken.
Solche Pläne sind zwar kein Garant dafür, dass ein Verhalten automatisch entsteht. Sie können aber helfen, die Lücke zwischen einer guten Absicht und tatsächlichem Handeln kleiner zu machen.
Ein aktuelles Experiment geht noch einen Schritt weiter
Eine 2025 im British Journal of Health Psychology veröffentlichte Studie untersuchte 186 Personen, die körperlich aktiver werden wollten.
Die Teilnehmenden arbeiteten mit unterschiedlichen Strategien: mit konkreten Handlungsplänen, mit mentalen Vorstellungen, mit einer Kombination aus beidem oder ohne diese Interventionen. Besonders interessant war die Kombination aus: konkretem Plan + mentaler Vorstellung der Handlung. In dieser Gruppe nahm die körperliche Aktivität bereits ab der zweiten Woche zu. Auch die gemessene Gewohnheitsstärke entwickelte sich im Verlauf positiv.
Die Studie liefert damit einen spannenden Hinweis: Es könnte hilfreich sein, einen geplanten Anfang nicht nur festzulegen, sondern ihn sich auch kurz und konkret vorzustellen. Das bedeutet nicht, dass Visualisierung allein eine Gewohnheit erzeugt. Aber sie kann möglicherweise dabei helfen, den geplanten Ablauf mental greifbarer zu machen.
Vielleicht musst du dir deinen Anfang erst einmal vorstellen
Nehmen wir an, du möchtest mittwochs Yoga machen. Dann schreibe nicht nur:
Mittwoch – Yoga!
Stell dir den Moment kurz vor.
- Du beendest deinen Arbeitstag.
- Du schließt den Laptop.
- Du wechselst die Kleidung.
- Du nimmst deine Matte.
- Du gehst zum Kurs, öffnest deinen Zoom-Link für die Yogastunde oder startest deine eigene Einheit.
Das klingt beinahe banal, aber genau darin liegt der Unterschied zwischen: „Ich möchte irgendwann anfangen.“ und „So sieht mein Anfang konkret aus.“
Der Beginn bekommt eine Form.
Der Unterschied zwischen „irgendwann“ und Mittwoch, 18 Uhr
Vergleiche einmal diese beiden Sätze:
A: „Ich möchte wieder regelmäßig Yoga machen.“
B: „Mittwoch um 18:00 Uhr mache ich Yoga.“
Das Ziel ist dasselbe. Psychologisch sind die beiden Aussagen aber nicht identisch.
Bei Variante A musst du später erneut entscheiden:
- Mache ich heute Yoga?
- Wann mache ich es?
- Passt es gerade?
- Vielleicht lieber morgen?
Bei Variante B wurde ein Teil dieser Entscheidung bereits getroffen. Das bedeutet nicht, dass du am Mittwoch garantiert auf der Matte stehst, aber du hast aus einem Wunsch einen konkreten Handlungspunkt gemacht.
Genau dabei können Wenn-dann-Pläne helfen. Eine bereits vorhandene Absicht bekommt einen klareren Bezug zu einer bestimmten Situation.
Was passiert, wenn Mittwoch plötzlich alles anders läuft?
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt. Denn unser Alltag hält sich selten perfekt an unsere Pläne.
- Das Meeting dauert länger.
- Das Kind wird krank.
- Der Zug fällt aus.
- Du hast Kopfschmerzen oder du bist nach einem langen Arbeitstag einfach erschöpft.
Deshalb besteht ein guter Plan nicht nur aus: “Wann mache ich es?”, sondern auch: “Was mache ich, wenn etwas dazwischenkommt?”
In der Forschung spricht man dabei häufig von Coping Planning, also davon, mögliche Barrieren im Voraus mitzudenken und eine Alternative festzulegen. Für den Alltag könnte das zum Beispiel so aussehen:
Plan A: Mittwoch, 18:00 Uhr – Yogakurs.
Hindernis:
Mein Arbeitstag dauert länger.
Plan B:
Wenn ich den Termin am Mittwoch nicht schaffe, mache ich am Donnerstag eine kürzere Einheit.
Das ist etwas völlig anderes als: „Dann hat es diese Woche eben wieder nicht geklappt.“
Vielleicht brauchen wir weniger Motivation und weniger Entscheidungen
Das finde ich an diesem Thema besonders spannend. Wir sprechen bei Bewegung sehr häufig über Motivation und Disziplin. Vielleicht überschätzen wir beide manchmal.
Denn wenn ich jedes Mal neu entscheiden muss,
- ob ich Yoga mache,
- wann ich Yoga mache,
- wie lange ich übe,
- welche Einheit ich auswähle
und ob heute überhaupt der richtige Tag dafür ist,
entstehen immer wieder neue Entscheidungspunkte.
Ein fester Termin kann einen Teil davon reduzieren.
„Mittwoch ist mein Yogatag.“ Das ist weniger spontan, aber möglicherweise ist genau das für manche Menschen hilfreich.
Ein fester Termin ist nicht automatisch das Gegenteil von Freiheit
Wir wünschen uns häufig möglichst viel Flexibilität.
“Yoga, wann ich möchte.”
Das klingt attraktiv und für manche Menschen funktioniert genau das hervorragend.
Für andere bedeutet maximale Flexibilität jedoch: “Ich muss mich jedes Mal neu entscheiden.”
Ein fester Termin nimmt einen Teil dieser Entscheidung vorweg. Mittwoch um 18:00 Uhr ist dann nicht mehr eine von vielen Möglichkeiten. Es ist einfach der Zeitpunkt, an dem Yoga stattfindet.
Ähnlich wie ein beruflicher Termin, ein Sprachkurs oder eine andere Verabredung.
In meiner Umfrage in der vergangenen Woche haben viele von euch einen festen Yogatermin einer völlig spontanen Lösung vorgezogen. Das beweist natürlich nicht, dass ein fester Termin grundsätzlich besser funktioniert.
Aber es passt zu einer spannenden Frage: Brauchen wir manchmal weniger Auswahl – und dafür einen klareren Rahmen?
Wann ist also der richtige Zeitpunkt, mit Yoga anzufangen?
Vielleicht lautet die Antwort nicht: nach dem Urlaub…., im September… und auch nicht: wenn endlich weniger los ist. Vielleicht ist der hilfreichere Zeitpunkt derjenige, den du konkret festlegst… mit einem Tag, mit einer Uhrzeit, mit einer Situation, die den Anfang auslöst und mit einem Plan dafür, was du machst, wenn das Leben wieder einmal andere Pläne hat.
Denn „Nächste Woche“ ist kein Termin, aber Mittwoch, 18:00 Uhr schon.
Dein nächster Schritt
Wenn du Yoga nicht länger auf „irgendwann“ verschieben möchtest, frag dich heute nur: Welcher feste Termin passt realistisch in deinen Alltag?
Genau dafür gibt es aktuell das SPÄTSOMMER-SPECIAL bei COYObiz: ein unkomplizierter Einstieg, um Yoga einen konkreten Platz in deiner Woche zu geben – ohne auf den perfekten Zeitpunkt zu warten.
Nicht irgendwann. Sondern mit einem Termin, der wirklich zu dir passt.
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Häufige Fragen / FAQ
1. Warum hilft ein fester Yogatermin?
Weil ein konkreter Zeitpunkt die Zahl der späteren Entscheidungen reduzieren kann. Statt jedes Mal neu zu überlegen, ob und wann du übst, bekommt Yoga einen klaren Platz im Alltag. Das bedeutet nicht, dass ein fester Termin für jeden Menschen automatisch besser ist – aber er kann dabei helfen, aus einer allgemeinen Absicht eine konkretere Handlung zu machen.
2. Was kann ich tun, wenn mein geplanter Yogatermin doch nicht klappt?
Plane möglichst schon vorher eine Alternative ein. Zum Beispiel: „Wenn ich es am Mittwoch nicht schaffe, mache ich am Donnerstag eine kürzere Einheit.“ So führt ein ausgefallener Termin nicht automatisch dazu, dass du dein Vorhaben für die ganze Woche aufgibst.
3. Brauche ich für eine Routine gleich einen langen Kurs?
Nein. Die Forschung zeigt nicht, dass eine bestimmte Kurslänge automatisch eine Gewohnheit erzeugt. Wichtiger ist zunächst, dass dein Einstieg konkret, realistisch und für deinen Alltag umsetzbar ist. Für manche Menschen kann ein längerer fester Rahmen hilfreich sein, andere möchten zunächst mit einem kürzeren Zeitraum beginnen.
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Über die Autorin

Anna Feculak ist Yogalehrerin und Gründerin von COYObiz.
In ihrer Arbeit verbindet sie Hatha Yoga, Achtsamkeit und Entspannungstechniken, um Menschen dabei zu unterstützen, Stress zu reduzieren und ihr Nervensystem zu regulieren.
Ihr Fokus liegt auf einfachen Übungen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen – besonders für Menschen mit einem anspruchsvollen Berufsleben.
Mehr über ihre Arbeit und aktuelle Kurse findest du hier:
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